Was man so alles schafft… oder auch nicht!

alles-wird-gut-2Heute will ich mal nicht über ein Bastelthema reden oder Euch neue Boxen, Karten etc. zeigen, sondern will Euch meinen Alltag neben dem „Kreativdasein“ schildern, der durchaus auch mal kreativ ablaufen kann, er es dann aber meistens doch nicht tut.

Auf diesen spontanen Blogeintrag bin ich gekommen, weil mir heute ein Stempelset in die Hände fiel, mit dem schönen Titel „Alles wird gut“…

Das Set fiel mir übrigens wirklich in die Hände, weil mein Stempelregal wieder brechend voll ist, ich für einen Workshop heute Abend meinen Schreibtisch aufräumen wollte und mal wieder viel gestopft wird, wo es nichts mehr zu stopfen gibt, wo man hin und her räumt, aber der Arbeitsplatz einfach nicht mehr „Speicher“ hergibt.

Also, es gibt in diesem Set „Alles wird gut“ einen Stempel, der heißt „Du schaffst das“.
An sich ist es einfach nur ein Stempel, wie jeder andere. Heute aber nicht! Er fiel mir echt zu (das ist kein Witz), wie die drei Nüsse dem Aschenbrödel (diesen Film liebe ich seit meiner Kindheit, räusper). Als hätte er jetzt keinen Platz mehr im Regal und müsste raus! Ein Zeichen?
„Du schaffst das“ – ich schaute das Stempelset an, und es schien mir heute so unglaubwürdig. Sollte es nicht lieber heißen: „Jeder schafft das, außer DIR!“ oder „ALLE schaffen das, aber DU nicht!“.
Ich stelle mir das gerade in verschörkeltem Schriftzug in Großbuchstaben mit passendem Blümchen vor…

Na ja, vorausgehend fing der Tag aber auch schon besch… an. Hier die Kurzfassung:
Einige Kunden hatten sich für den letzten Workshop das Thema „Weihnachtsstern“ gewünscht. Toll dachte ich, so heißt ja das neue Stempelset mit den vielen Sternen aus dem aktuellen Herbst/-Winterkatalog! Also habe ich schnell ein paar Karten damit fertig gestellt und dachte das passt dann. Ab ins Bett.
Im Bett fiel mir dann siedend heiß ein: „Meinten sie jetzt tatsächlich das neue Stempelset mit den Sternen oder die Stanzblume in Form eines Weihnachtssterns?“ Ja, ihr kennt den doch alle. Diese Pflanze steht ab Anfang Dezember in jedem Discounter in den dollsten Farben, mit Glitzer bestreut, eingefärbt und zu Tode gequält!
Und dazu gibt es von Stampin’Up! eben auch ein tolles Stempelset und die passende Stanze dazu (die ich mir Gott sei dank mal zugelegt hatte).
Also kurz noch nach einem Abendworkshop eine Nachschicht bis zwei Uhr eingelegt und ein paar Projekte mit der „Weihnachtstern-Blüte“ gebastelt.
Ich war also für den nächsten Tag bzw. Workshop gut gewappnet aber hundemüde, mit Weihnachtsstern, der Weihnachtswunder heißt und Sternen, die Weihnachtsstern heißen (verwirrend, ich weiß…).
So, und da mein Liebster wieder ein Paar Tage geschäftlich unterwegs war, musste ich unseren Ältesten um 6 Uhr – nach 4 Stunden Schlaf – aus den Federn schmeißen (er hat natürlich länger geschlafen, aber ich hab‘ heute morgen ausgesehen wie ein Zombi).

Dann sind wir wieder bei dem Spruch „Du schaffst das!“  Hä??, meint da jemand mich???
Kaum geschlafen muss ich es irgendwie geschafft haben – robotermäßiges Mama-Gen sei Dank – gleichzeitig das Frühstück zu richten, ein nahrhaftes Pausenbrot zu schmieren, den Kater zu füttern, das Katzenklo zu säubern, den Schulranzen auf evtl. verderbliche Nahrungsmittelreste zu durchsuchen, die Einkaufsliste zu machen… und das vor 6.30 Uhr und bevor die anderen zwei kleinen Schlafbären aus ihren Höhlen kriechen! ABER HEY, ICH HAB’S GESCHAFFT!!!

Doch der Tag war noch nicht rum. Die Kids waren aber schon mal in Kita und Schule untergebracht, der Zahn meiner Tochter, der heute früh beim Zähneputzen ganz plötzlich raus fiel, wurde (vor gefrässigen Katern) gesichert und ganz roboterlike macht man sich ja dann auf den Weg, um Dinge zu erledigen. Es gibt übrigens immer „Dinge zu erledigen“ – immer, immer, immer! Ein Blick in den Spiegel sagte mir aber, dass ich ganz dringend einen Frisörtermin brauche. Sonst lassen sie mich irgendwann nicht mehr in die Kita, meine Tochter abholen – wenn Mama aussieht, wie ein Nachtschrat!!
Ok, ein spontaner Termin war drin und da sitze ich beim Frisör, genieße echt meine erste Tasse Kaffee (Mann war das peinlich, ich hab mich auf dieses winzige Tässchen gestürzt, als gäb’s kein Morgen), da fällt mir ein, dass meine Einkaufsliste natürlich noch in der Küche liegt (und ich ohne Liste = absoluter Chaos-Spontaneinkauf). Aber nicht nur das: heute morgen habe ich im Zuge einer flüchtigen Aufräumaktion endlich eine gaaaanz wichtige Zeichnung meiner Tochter aufgehängt… ein Tesa konnte ich dabei nicht finden, also nahm ich ein breites Klebeband… dies verknüllte mir beim Abrollen und ich … ließ es blöderweise auf den Boden fallen.
Ständig zu spät, machte ich mich dann schnell auf den Weg und ließ daheim alles Links liegen…

So, nun sitze ich herrlich entspannt beim Frisör, da fällt mir dieser doofe Tesahaufen wieder ein. An sich nicht schlimm, aber wer unseren Kater kennt, der weiß, dass er alles frisst!!!!
Mein Kopfkino fing an, während der Kopf gewaschen wurde… oh Gott, wenn der Kater den Tesahaufen frisst, er sich daran verschluckt, oder der sich in seinen Gedärmen… na, ja ich spare mir  jetzt mal die Einzelheiten. Als die Frisörin mich dann fragte: „Ist es recht so?“ muss ich wohl irgendwie so etwas gemurmelt haben wie: „Sch… Tesa“. Auf jeden Fall schaute sie mich an, als käm ich von einem anderen Stern. Es hatte noch nieeeeee so lange beim Frisör gedauert, wie heute!
Zu allem Übel MUSSTE ich noch einkaufen, denn Greta hat keine passenden Strumpfhosen mehr und läuft in der Kita mit ihren Ministrumpfhosen herum, als hätte sie „was“ in der Hose. Die Jungs brauchten Socken, da bei uns der berüchtigte Sockenfresser immer den zweiten frisst und es die Boys überhaupt nicht stört mit einem blauen und einem grauen Socken herum zu laufen (Mama:“Siehst du denn nicht, dass das zwei Verschiedene sind?“, Kind:“Echt????“). Vielleicht sollte ich demnächst mal einen Augenarzttermin machen und die Brut auf Farbenblindheit testen lassen.
Also schnell in den Klamottenladen neben dem Frisör, passende Socken und Strumpfhosen geschnappt und schnell nach Hause, um Mittagessen zu kochen, denn in den nächsten 10 Minuten sollte schon der Erste wieder auf der Matte stehen.
Während ich dann den Pizzateig ausrollte, fiel mir doch tatsächlich ein, das ich auch noch ein Paar warme Socken für unser Patenkind in Bolivien kaufen wollte, um sie in sein Weihnachtspäckchen zu legen, das natürlich wieder viel zu spät losgeschickt wird! Mist…, ob man dicke Wollsocken in Bolivien auch im Sommer trägt??

Und da schaue ich wieder auf dieses ver… Stempelset, das mir doch Schwarz auf Weiß sagt:
„Du schaffst das“!

Und ich sage zurück: NÖÖÖÖÖÖÖÖÖ!!!!

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Sorry, ich habe jetzt gleich wieder einen Workshop und schaffe es nicht, diesen Blogeintrag auf Fehler zu korrigieren. Ich lasse das jetzt einfach so stehen… I’m perfect imperfect oder so…

P.S. Ich habe den zerkauten Tesahaufen übrigens in der Dusche gefunden… ach, er liegt dort glaube ich immer noch!

 

2 thoughts on “Was man so alles schafft… oder auch nicht!

  1. Wolke November 16, 2016 at 8:30 pm

    Liebste Karin,
    wie Deinem Blogeintrag zu entnehmen ist, geht’s Dir Gott sei Dank wieder besser. Dieser Alltag könnte meiner sein, allerdings ohne Kater! Durch Dich konnte ich mal wieder herzhaft lachen und danke Dir für diese amüsante Story – und ich bin mir ganz sicher: Du schaffst das!
    Herzliche Grüße
    Deine Wolke

    …die es mal wieder nicht schafft WordPress zum Laufen zu kriegen…

    • Karins Kreativbox November 17, 2016 at 11:54 am

      Liebe Wolke,
      Danke für Deinen lieben Kommentar. Wir „Hamsterrad-Mütter“ müssen doch irgendwie zusammen halten, oder? … und gaaaaaanz dringend irgendwann (nein, schnellstmöglich!!!) einen Termin finden und einfach nur Kaffee trinken, quatschen und lachen!
      Melde Dich bitte, wenn Dir mal so ein Termin zufällig vor die Füße fällt, oder wenn Du eine kleine leere Lücke in Deinem Terminkalender findest.
      Liebe Grüße
      Karin

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