Von (kaputten) Navis und (kompetenten) Naturheilpraktikern

naviIhr Lieben,
gestern hatte ich – zwischen Ergotherapie, Magen-Darm-Greta (ja, nach dem dritten mal, hat sie jetzt echt diesen Spitznamen – gemein, gell?), Hausistress, Autowerkstatt und Termin bei unserer Heilpraktikerin ein echt tolles Erlebnis. Nicht Spektakuläres, nichts Katastrophales, sondern einfach mal was SCHÖNES zwischendurch. Ja, das können wir auch…

Also hier mal wieder die Kurzfassung:

Eigentlich fing der Tag wie üblich an, mit dem Unterschied, dass unser Töchterchen seit vorgestern wieder mit einer „Spuckschüssel“ rumläuft und mein Navi seit einigen Tagen den Geist aufgeben hat. An sich alles nicht so dramatisch, ausser, wenn man einen dringenden Termin hat und ein Spuckkind hinten im Auto sitzen hat oder man dringend zu einer Bastelparty und zu Kunden fahren muss und das Navi streikt.
Wer mich kennt, der weiß, dass mein Orientierungssinn nicht unbedingt der beste ist und ich ohne Navi hoffnungslos aufgeschmissen bin. Ich frage mich gerade, gab es auch mal eine Zeit vor den Navis? Unvorstellbar!

So, nun habe ich kein funktionierendes Navi mehr, was soviel bedeutet wie, ich müsste mir vor meiner Fahrt vielleicht mal die Route am Rechner oder Handy anschauen, was soviel bedeutet wie, vor meiner Fahrt ist eigentlich nie Zeit, weil ständig etwas dazwischen kommt… Ihr kennt das doch auch, oder?
Also fahre ich einfach los, ohne Plan und Pi mal Auge…. was soviel bedeutet wie, das geht in der Regel schief, ich verfahre mich und komme ewig zu spät. Carina, sorry nochmal 😉

Da ich es natürlich auch nicht geschafft habe mir einen Termin in der Autowerkstatt zu holen, fuhr ich einfach mal auf gut Glück zwischen dem Termin bei der Ergo und dem Termin beim Naturheilpraktiker hin und hoffte mit meinem Charme und einem netten Augenaufschlag einen kompetenten Automechaniker dazu zu bewegen, sich mein Navi anzuschauen. Es hat geklappt und es kamen sogar zwei. Die Diagnose war niederschmetternd.
Der nette Mann schaute mich an, verzog sein Gesicht und fragte: „Sie sind doch Die mit der kaputten Benzinleitung?“ Ich bejahte (Hintergrund hierzu: vor nicht mal zwei Wochen war unser Auto wegen eines unerträglichen Benzingeruchs im Innenraum zur Reparatur. Die nachträglich eingebaute Standheizung hatte wohl ein Loch in die Benzinleitung gescheuert und beim nächsten Gebrauch der Standheizung wäre das Auto wohl in die Luft geflogen… oder so ähnlich… hatte es der Mechaniker damals geschildert. Kommt so gut wie nie vor, aber bei unserem Auto natürlich schon!). Jetzt war eben das so dringend gebrauchte Navi kaputt – was an der fest installierten Antenne liegt – was so gut wie nie vorkommt (bei uns natürlich schon) – was soviel bedeutet wie, man müsse die ganze Verkleidung des Autodachs usw. abmontieren – was soviel bedeutet wie: S A U T E U E R!!!!
Ich kam mir vor, als würde ich das Pech nur so anziehen. Wieso gerade ich, wieso mein Navi, wieso, wieso, wieso…??? Gut, es gibt natürlich schlimmere Sachen auf der Welt! Aber die gibt es doch immer. Und Jammern hilft ja nicht, aber tut so unheimlich gut…

Ich sitze also nach dem Besuch in der Werkstatt mit unserem Stepke bei unserer Naturheil-praktikerin und sie behandelt ihn – ganz sanft – ganz leise – ganz … oh, ich glaube ich (und Jakob) wären beinahe eingeschlafen! Es war so unglaublich still und ich sitze nur da, tue nichts und frage mich:

Ist mein INNERES NAVI  gerade auch ausgestiegen? Bin ich gerade auf meinem (eigentlichen) Lebensweg auch irgendwo stehengeblieben, steckengeblieben? Ich glaube diese Frage stellt man sich, wenn alles super läuft und man aber nicht das Gefühl hat, dass alles super läuft… wenn man gut gelaunt herumwirbelt und dann aber feststellt, dass man sich in Wirklichkeit nur im Kreis dreht.
Will ich wirklich dort sein, wo ich gerade bin? Will ich wirklich das machen, was ich gerade tue?
So viele Fragen schossen durch meinen Kopf und während mein Kleiner immer entspannter wurde, brodelte es bei mir immer heftiger…
Jeder kennt es, dass die Zeit immer drängt, dass man für die wichtigen Dinge nie genug Zeit hat, dass man noch soooooo vieles zu erledigen hat.
Zudem läuft im Radio momentan – wie passend – ein Song von Max Giesinger in Dauerschleife. Ich liebe diesen Song (welche Mutter nicht?) und drehe die Lautstärke immer bis zum Anschlag auf (vielleicht sind dann die Boxen demnächst auch geschrottet – sauteuer – aber egal):

Sie fragt sich wie es gelaufen wäre
Ohne Kinder
Selber laufen lernen
Aber ihr Tag lässt keine Pause zu
Sie will träumen, macht die Augen zu
Wenn sie tanzt ist sie wo anders
Für den Moment
Dort wo sie will
Und wenn sie tantzt
Ist sie wer anders
Lässt alles los
Nur für das Gefühl
Dann geht sie barfuß in New York
Trampt alleine durch Alaska
Springt vor Bali über Board und taucht durch das blaue Wasser
Wenn sie tanzt ist sie woanders
Lässt alles los nur für das Gefühl

Jetzt saß ich also einfach nur auf diesem superbequemen Sessel, habe dieses Lied immer noch im Ohr, beobachtete meinen Sohn auf der Liege vor der Therapeutin und sah, dass er ein Lächeln auf dem Gesicht hatte. Unbewusst, vielleicht nur, aber er war so wunderschön mit diesem Lächeln, so zufrieden und glücklich…

… und plötzlich fiel es mir wieder ein: Nein, ich bin nicht irgendwo, ich bin genau dort, wo ich sein soll und will! Mit all den Mühen, mit all den Sorgen, mit all den grässlichen Tagen, die so hetzen und stressen, ich bin hier und es ist wunderbar. Jeder Tag ist es. Wertvoll und besonders, mit wertvollen und besonderen Menschen um mich herum.

Und ein kaputtes inneres Navi kann man durch Liebe und Zuversicht, Hoffung, Freunde und Familie wunderbar reparieren. Und das Beste: es kostet (fast) nichts!

navi

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Und dann kommen solche Situationen und man fragt sich, ob man das gerade Geschriebene doch wieder zurück nehmen will:

Ich habe gerade Waffeln gemacht und die Kids wollten Marmelade drauf! Gut, ich habe Quitten- und Himbeermarmelade da und frage jeden Einzelnen, was er drauf haben möchte.

Sammy: „Ich will Erdbeer!“
Mama: „Ich habe nur Quitte und Himbeer, also was?“
Jakob: „Dann will ich auch Erdbeer!“
Greta: „Ich nehme Hagebutte!!!“
Mama: „Also, nochmal, ich habe NUR Quitte und Himbeer? Wer möchte Quitte?“
Sammy: „Ich nicht!“
Jakob: „Ich auch nicht!“
Greta: „Haben wir noch Erdbeer?“
Jakob: „Neeeeiiiheiiiin. Mama sagte doch, wir haben nur Hagebuuuuuuteeeee!“

Mama: „Ach, es gibt heute Waffeln mit Nutella für jeden!“

Gute Nacht!

2 thoughts on “Von (kaputten) Navis und (kompetenten) Naturheilpraktikern

  1. Petra Zinser November 23, 2016 at 9:52 am

    Liebe Karin, erst hatte ich Tränen in den Augen vor Rührung, dann vor Lachen! Du bist einfach toll!
    Ganz viele liebe Grüße für euch Alle, Petra

    • Karins Kreativbox November 23, 2016 at 8:23 pm

      Ach, danke Petra! Leider habe ich nicht immer die Zeit etwas zu schreiben. Es muss ja auch noch für die Märkte, Workshops usw. gebastelt werden. Sonst hätte ich, glaub ich, schon ein „Buch“ voll…
      Liebe Grüße und haltet die Ohren steif diese Woche!
      Karin

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